Das Wichtigste zuerst

  • Unser Beispiel bereitet auf Passspiel vor; für maximale Sprints oder Schüsse braucht es einen passenden weiteren Übergang.
  • Zwölf Minuten sind ein Planungsrahmen. Rückmeldungen und Ausführung entscheiden über Anpassungen.
  • Ergebnisse zu FIFA 11+ und 11+ Kids gelten für die untersuchten Programme, nicht automatisch für eigene Übungsfolgen.

Schnelle Antwort

Ein Warm-up bereitet auf die erste Hauptaufgabe vor. Wenn anschließend Passspiel trainiert wird, sollte der Einstieg schrittweise zu Ballannahme, Zuspiel und Bewegung führen. Vier Runden um den Platz beantworten diese Aufgabe allein noch nicht.

Das FIFA Training Centre empfiehlt für 12- bis 15-Jährige einen altersgerechten Übergang von allgemeiner Aktivierung zum jeweiligen Fußballthema. Unsere folgende Planung richtet sich an gesunde, mit den Aufgaben vertraute 13- bis 15-Jährige unter Anleitung. Sie ist ein eigenes Beispiel, kein geprüftes Präventionsprogramm.

Aufbau für acht Spieler

Die Trainerin bereitet vier getrennte Rechtecke von jeweils ungefähr acht mal sechs Metern vor. In jedem Feld bewegt sich ein Paar; später erhält jedes Paar einen Ball. Zwischen den Feldern bleiben im Beispiel mindestens zwei Meter Abstand. Zusätzlich werden die Außenbereiche auf freie Wege und Hindernisse geprüft. Platzverhältnisse und Gruppe können größere Abstände erfordern.

Zu Beginn liegen die Bälle außerhalb der Laufwege. Die Trainerin erklärt, dass jedes Paar im eigenen Feld bleibt und niemand einem weggesprungenen Ball unüberlegt durch ein anderes Paar folgt. Die Aufgaben werden zuerst gezeigt. Die Felder lassen sich anschließend für die Hauptaufgabe im Passspiel weiterverwenden.

Unser Zwölf-Minuten-Beispiel

Die Zeiten enthalten kurze Erklärungen und Wechsel. Sie sind eine Organisationshilfe; bei längeren Rückfragen oder fehlender Bereitschaft wird der Ablauf angepasst.

Geplante Zeit Aufgabe im eigenen Feld
Minute 0–3 Gemeinsam in derselben Richtung um den Feldrand gehen, dann locker traben. Abstand halten, nicht überholen.
Minute 3–6 Weiter locker bewegen, bekannte Armbewegungen und kurze Abschnitte mit seitlichen Schritten ergänzen. Die Trainerin zeigt jede Änderung vorab; keine plötzlichen Wettläufe.
Minute 6–10 Zu zweit ungefähr fünf Meter gegenüberstehen. Flach zuspielen, kontrolliert annehmen, zurückspielen. Nach dem Pass wenige Schritte im eigenen Bereich bewegen und wieder anspielbar werden.
Minute 10–12 Die gleiche Passaufgabe etwas flüssiger ausführen: früher anbieten, kontrolliert annehmen und weiterpassen. Nur steigern, solange Abstand und Ballkontrolle erhalten bleiben.

So läuft die Passaufgabe konkret: Der Empfänger schaut zum Partner und zeigt, dass er bereit ist. Der Partner spielt den Ball flach zu. Der Empfänger nimmt ihn zunächst kontrolliert an und passt dann zurück. Beide bleiben in ihrem Rechteck; nach einer Bewegung verändert sich die Passrichtung erst, wenn der Partner wieder sichtbar bereitsteht.

Ein häufiges Problem ist der sofortige Wettbewerb: Wer am härtesten schießt oder am schnellsten fertig ist, bestimmt plötzlich den Ablauf. Die Trainerin nimmt dann Tempo heraus und fordert wieder einen kontrollierbaren Pass. Springen Bälle regelmäßig in Nachbarfelder, wird auch der Aufbau angepasst.

Zum Schluss fragt sie nach Beschwerden und beobachtet, ob die Spieler aufmerksam, kontrolliert und ohne erkennbare Überforderung arbeiten. Das ist eine Trainingsentscheidung, keine medizinische Freigabe. Vor maximalen Antritten, harten Schüssen oder intensiven Zweikämpfen wäre eine weitere passende Vorbereitung nötig.

So wird die Anleitung verständlich

Für jede Phase genügt zunächst ein klarer Auftrag. „Bleibt in eurem Feld und spielt erst, wenn der Partner bereit ist“ lässt sich direkt umsetzen. Fünf gleichzeitige Technikkorrekturen überfordern dagegen leicht den Ablauf. Die FIFA betont, wenige zentrale Coaching-Punkte zu wählen.

Frage einen Spieler kurz, was sich in der nächsten Phase ändert. Kann er das zeigen, ist die Erklärung angekommen. Bei Unklarheit wird die Aufgabe nochmals gezeigt, bevor das Tempo steigt. Wer später dazukommt, braucht ebenfalls einen vorbereitenden Einstieg und springt nicht direkt in die schnellste Phase.

Was die Studien tatsächlich untersuchen

FIFA 11+ und FIFA 11+ Kids sind festgelegte Programme. Eine Übersichtsarbeit von Ramos und Kollegen aus 2024 wertete elf Studien zu 11+ Kids aus, überwiegend mit 7- bis 14-Jährigen. Die Studien untersuchten unterschiedliche Ziele: Verletzungen, körperliche Leistung sowie Aufmerksamkeit. Nicht alle elf waren also Verletzungsstudien; ihre Qualität unterschied sich ebenfalls.

Thorborg und Kollegen untersuchten 2017 in ihrer Metaanalyse sechs cluster-randomisierte Studien im Freizeit- und subelitären Fußball. In den vier Studien zu FIFA 11+ fiel die zusammengefasste Verletzungsrate niedriger aus als in den Kontrollgruppen. Für das ältere FIFA 11 wurde in den zwei untersuchten Studien kein entsprechender Effekt nachgewiesen.

Für Trainer folgt daraus: Der genaue Programmname und die Umsetzung zählen. Ein paar ausgewählte Übungen erhalten nicht automatisch denselben Wirksamkeitsbeleg. Auch unser Passspiel-Beispiel kann keine bestimmte Verletzungsreduktion versprechen. Wer ein solches Programm einsetzen will, arbeitet mit seiner vollständigen Anleitung und den passenden Übungsstufen.

Wenn der geplante Einstieg nicht passt

Schmerzen werden nicht mit weiteren Runden übergangen. Die betreffende Aufgabe endet; bei Beschwerden oder nach einer Verletzung richtet sich die Fortsetzung nach den medizinisch geklärten Vorgaben.

Auch ungewöhnliche Erschöpfung oder unsichere Platzverhältnisse verändern die Planung. Ein sorgfältiges Warm-up gleicht keine überladene Trainingswoche aus. Notiere nach der Einheit kurz, welcher Übergang funktioniert hat und wo die Gruppe noch Erklärung brauchte. So wird aus der Vorlage ein verlässlicher Ablauf für deine Mannschaft.

Häufige Fragen

Was Eltern und Trainer häufig wissen möchten.

Reichen zwölf Minuten zum Aufwärmen?

Zwölf Minuten sind der Rahmen unseres Beispiels vor einer Passaufgabe. Wetter, Trainingsstand, Tagesform und die folgende Belastung können mehr oder andere Vorbereitung erfordern. Der Timer gibt keine Freigabe für maximale Sprints oder Schüsse.

Ist dieser Ablauf das FIFA-11+-Programm?

Nein. Es ist eine eigene Warm-up-Planung vor dem Passspiel. Wer FIFA 11+ oder 11+ Kids nutzen möchte, braucht die Anleitung für das jeweilige Programm und eine fachkundige Umsetzung der vorgesehenen Übungen und Stufen.

Was mache ich, wenn jemand beim Aufwärmen Schmerzen meldet?

Die betreffende Aufgabe wird beendet. Ein Spieler muss sich nicht durch Schmerzen warm laufen. Beschwerden und ein Einstieg nach Verletzung werden nach den medizinisch geklärten Vorgaben behandelt; die Gruppe gibt dafür keinen Maßstab vor.

Quellen und Einordnung
  • FIFA Training Centre: Optimising warm-ups, 2025 ↗

    Schriftlicher Fachbeitrag für 12–15 Jahre: allgemeiner zu spezifischem Einstieg, schrittweise Intensität und wenige klare Coaching-Punkte. Unser Zwölf-Minuten-Beispiel ist eine eigene Planung.

  • Ramos et al. 2024: FIFA 11+ Kids ↗

    Übersicht über elf Studien mit unterschiedlichen Zielgrößen und unterschiedlicher Qualität, überwiegend mit 7–14-Jährigen. Kein Beleg für eine beliebige Warm-up-Folge.

  • Thorborg et al. 2017: FIFA 11 und 11+ ↗

    Metaanalyse mit sechs cluster-randomisierten Studien im Freizeit- und subelitären Fußball; vier davon zu FIFA 11+. Ergebnisse auf Gruppenebene sind keine individuelle Schutzgarantie.