Das Wichtigste zuerst

  • Antritt, hohe Geschwindigkeit und Abbremsen sind unterschiedliche Aufgaben.
  • Schnelle Aktionen gehören in einen Teil der Einheit, in dem Konzentration und Bewegung noch gut sind.
  • Eine Sprintmenge lässt sich nicht seriös ohne Blick auf Alter, Erfahrung und Wochenbelastung festlegen.
  • Fortschritt wird unter vergleichbaren Bedingungen und zuerst gegen die eigene Ausgangslage bewertet.

Schnelle Antwort

Ein Schnelligkeitsblock braucht schnelle Aktionen und Erholung dazwischen. Für Trainer von 13- bis 17-Jährigen bedeutet das: zuerst den Schwerpunkt wählen, dann den Ablauf erklären und genügend Pause einplanen. Eine Serie müder Läufe erfüllt eine andere Aufgabe als das gezielte Üben eines Antritts.

Der NSCA-Fachbuchauszug zum Sprinttraining betont die Qualität der einzelnen Läufe und die Erholung innerhalb einer Einheit und zwischen den Terminen. Seine Umfänge für Sprintathleten sind jedoch kein Zusatzprogramm für eine Jugendmannschaft.

Erst die Aufgabe bestimmen

Auf dem Fußballplatz gehört mehr zur Schnelligkeit als eine gerade Laufstrecke. Der DFB unterscheidet reine Schnelligkeitsaufgaben von komplexeren Formen, in denen Technik oder taktische Entscheidungen hinzukommen. Für deine Planung kannst du daraus drei unterschiedliche Fragen ableiten:

Was soll besser werden? Eine passende Beobachtung
Die ersten Schritte Kommt der Spieler aus einer bekannten Ausgangsposition zügig ins Beschleunigen?
Ein längerer schneller Lauf Kann er nach dem Antritt weiter Geschwindigkeit aufnehmen?
Schnell auf eine Spielsituation antworten Erkennt er das Signal rechtzeitig und wählt eine passende Aktion?

Ein Ruf mit einer vorab vereinbarten Farbe prüft noch keine vollständige Spielentscheidung. Und wer eine Koordinationsleiter schnell durchläuft, hat damit noch nicht gezeigt, wie schnell er über zehn Meter beschleunigt. Wähle deshalb eine Aufgabe, deren Ergebnis zu deiner Frage passt.

Ein Beispiel für kurze Antritte

Das folgende eigene Planungsbeispiel richtet sich an beschwerdefreie 13- bis 17-Jährige, die regelmäßiges Fußballtraining und schnelle Läufe gewohnt sind. Eine fachkundige erwachsene Person leitet den Block. Er wird mit dem Verein abgestimmt und ersetzt einen vorgesehenen Teil der Einheit, statt automatisch zusätzlich dazuzukommen. Für einen Wiedereinstieg nach Verletzung ist er nicht gedacht.

Aufbau und Vorbereitung

Markiere eine gerade, zehn Meter lange Laufstrecke auf ebenem, griffigem Untergrund. Hinter dem Ziel sieht unser Beispiel weitere 20 Meter freien Auslauf vor. Die betreuende Person prüft vor Ort, ob dieser Raum für die tatsächliche Geschwindigkeit genügt. Dort stehen keine Spieler, Taschen oder Geräte. Zurück geht es seitlich außerhalb der Bahn.

Vorher folgt das vertraute Aufwärmen mit allgemeiner Bewegung und zunehmend schnelleren, kontrollierten Läufen. Die Jugendlichen sollten den gesamten Weg einschließlich Auslauf kennen. Kommen sie dabei nicht sicher zurecht, beginnt kein schneller Durchgang.

Aufbau in Laufrichtung: Start, zehn Meter Beschleunigung, Ziellinie und zwanzig Meter freier Auslauf. Der Rückweg liegt seitlich außerhalb der Bahn.
Eigene Aufbauskizze zum Beispiel. Die freie Fläche wird vor Ort geprüft. Skizze größer ansehen.

Ablauf: höchstens vier schnelle Versuche

  1. Der Spieler steht in der zuvor geübten Schrittstellung hinter dem Start. Er schaut in Laufrichtung. Die Trainerin gibt den Start erst frei, wenn die Bahn frei ist.
  2. Auf das vereinbarte Signal beschleunigt er durch die Zielmarkierung. Ein Griff zum Hütchen oder abruptes Stoppen am Ziel gehört nicht zur Aufgabe.
  3. Im freien Auslauf wird er kontrolliert langsamer. Anschließend geht er außerhalb der Bahn zurück.
  4. Nach dem Lauf sind zwei Minuten Erholung eingeplant, einschließlich Rückweg. In dieser Zeit folgen keine Liegestütze, Sprünge oder weiteren Sprints. Ist der Spieler anschließend noch nicht bereit, verlängert die Trainerin die Pause oder beendet den Block.

Vier Läufe über zehn Meter ergeben 40 Meter schnelle Laufstrecke; Aufwärmen und Auslauf kommen dazu. Vier ist eine Obergrenze unseres Beispiels und kein Pflichtsoll. Die Pausenwahl orientiert sich am Grundgedanken vollständiger Erholung. Haugen und Kollegen nennen zwei Minuten bei 20-Meter-Antritten junger, wenig trainierter Sprintathleten als Praxisbeispiel. Daraus folgt keine exakt passende Pause für jeden Jugendlichen.

Was du währenddessen beobachtest

Konzentriere dich auf einen Punkt, etwa das zügige Beschleunigen durch das Ziel. Fünf neue Technikhinweise gleichzeitig machen die Aufgabe schwerer verständlich. Bei deutlich langsameren oder unkontrollierten Versuchen wird zuerst pausiert und dann über das Ende entschieden. Schmerzen bedeuten Stopp und Klärung.

Eine brauchbare Notiz wäre: „Drei gute Antritte. Beim vierten vor dem Ziel deutlich langsamer geworden; Block beendet.“ Daraus lässt sich beim nächsten Termin eine Frage ableiten. „War hart“ hilft bei dieser Entscheidung wenig. Für genaue Zeitvergleiche brauchst du einen wiederholbaren Messaufbau.

Wie der Block in die Woche passt

Frage vor der Planung nach schnellen Läufen im Verein, Spielminuten, Schulsport und weiteren Mannschaften. Ein zusätzlicher Termin ist keine gute Standardantwort auf eine ohnehin volle Woche.

Ein erfundenes Beispiel: Am Dienstag stehen im Verein bereits intensive Antritte an, am Donnerstag Training und am Samstag das Spiel. Dann baut der Vater am Mittwoch nicht allein deshalb noch vier Sprints ein, weil die Strecke im Garten frei ist. Er stimmt zuerst mit dem Trainer ab, ob überhaupt ein zusätzlicher Schwerpunkt sinnvoll ist. Die Wochenplanung im Jugendfußball hilft, diese Termine gemeinsam sichtbar zu machen.

Häufige Fragen

Was Eltern und Trainer häufig wissen möchten.

Muss Schnelligkeitstraining Jugendliche erschöpfen?

Nein. Für schnelle, technisch saubere Aktionen braucht es Konzentration und Erholung. Wenn jede Wiederholung deutlich langsamer oder unkontrollierter wird, verliert die Einheit ihren Schwerpunkt.

Wie lang sollte die Pause zwischen Sprints sein?

Die Pause hängt von Strecke, Trainingsstand und Aufgabe ab. Unser Beispiel mit vier Antritten über zehn Meter plant jeweils zwei Minuten Erholung nach dem Lauf ein. Reicht das nicht für eine konzentrierte, schnelle Wiederholung, wird länger pausiert oder der Block beendet.

Soll Schnelligkeitstraining immer mit Ball stattfinden?

Nicht immer. Der Ball kann Wahrnehmung und Entscheidung ergänzen, aber auch vom Laufziel ablenken. Die Übungsform richtet sich danach, welche Schnelligkeitsaufgabe gerade beobachtet werden soll.

Quellen und Einordnung