Das Wichtigste zuerst
- Die Hände kommen auf eine tragfähige, rutsch- und kippsichere Auflage; die Füße bleiben am Boden.
- Der Körper bewegt sich möglichst als Einheit. Sobald Hüfte oder Kopf vorauseilen, wird die Ausführung neu geordnet.
- Eine niedrigere Auflage ist erst sinnvoll, wenn die bisherige Variante wiederholt kontrolliert gelingt.
Die Aufgabe passend schwer machen
„Mach erst mal zehn Liegestütze.“ Für einen Spieler, der sich am Boden noch nicht kontrolliert hochdrücken kann, ist das keine hilfreiche Trainingsanweisung. Schon die erste Wiederholung überfordert ihn. Die Hüfte bleibt unten, der Kopf schiebt nach vorne, und aus dem Krafttraining wird der Versuch, irgendwie oben anzukommen.
Der nächste Schritt ist eine Variante, in der die Bewegung gelingt. Beim Liegestütz mit erhöhten Händen bleiben die Füße am Boden, während die Hände auf einer festen Auflage stehen. Dadurch lässt sich die Belastung verändern. Eine Untersuchung von Ebben und Kollegen fand bei dieser Variante geringere vertikale Bodenreaktionskräfte als beim normalen Liegestütz. Die Studie liefert keine persönliche Belastungszahl für einen Jugendlichen; sie unterstützt die grundsätzliche Wahl einer leichteren Variante.
Auch das American Council on Exercise führt erhöhte Hände als Anpassungsmöglichkeit im Jugendtraining an. Es geht dabei weiterhin um Drücken und das Kontrollieren der Körperposition. Ein leichterer Einstieg ist deshalb vollwertiges Üben, nicht bloß die Wartezeit bis zur „richtigen“ Übung.
Vier Schritte für den ersten Versuch
Die folgende Anleitung richtet sich an begleitete, beschwerdefreie Übungsversuche. Bei Schmerzen an Handgelenken, Ellenbogen oder Schultern wird die Aufgabe beendet und bei anhaltenden Beschwerden abgeklärt.
- Die Auflage prüfen. Geeignet ist eine tragfähige, breite Fläche, die unter Druck weder rutscht noch kippt. Eine fest montierte Stütze oder dafür vorgesehene stabile Trainingsbox kann passen. Ein leichter Stuhl, ein rollender Tisch oder gestapelte Kisten sind dafür keine gute Grundlage. Die Betreuung prüft auch den rutschfesten Stand der Füße.
- Die Ausgangsposition einnehmen. Hände ungefähr schulterbreit aufsetzen und mit den Füßen so weit zurückgehen, dass eine lange Körperlinie entsteht. Bauch und Gesäß halten die Position mit. Der Kopf bleibt in Verlängerung des Rumpfes; der Blick geht zur Auflage beziehungsweise etwas davor.
- Kontrolliert absenken. Die Ellenbogen beugen sich, während sich Brustkorb und Becken gemeinsam der Auflage nähern. Weder fällt die Hüfte durch noch erreicht die Stirn als Erstes das Ziel. Der Bewegungsweg bleibt so groß, wie der Jugendliche ihn kontrolliert und ohne Beschwerden bewältigen kann.
- Die Auflage wegdrücken. Hände aktiv gegen die Fläche drücken und den Körper wieder als Einheit anheben. Ruhig weiteratmen. Oben kurz ordnen, bevor die nächste Wiederholung beginnt.
Für den ersten Blick auf die Ausführung können drei ruhige Wiederholungen reichen. Das ist ein Kennenlernen der Variante, kein Leistungstest und noch kein vollständiger Trainingssatz. Danach entscheidet die Betreuung, ob Höhe und Bewegungsweg passen.
Drei Hinweise, die beim Coachen helfen
„Brustkorb und Becken bewegen sich zusammen.“
Dieser Hinweis ist konkreter als „mehr Körperspannung“. Beobachte den Spieler von der Seite. Hebt er zuerst den Oberkörper an und zieht die Hüfte nach, lässt die aktuelle Variante noch keine gleichmäßige Bewegung zu. Neu aufstellen und gegebenenfalls eine höhere Auflage wählen, statt weitere Wiederholungen zu zählen.
„Bleib mit dem Kopf in deiner Körperlinie.“
Manche Jugendliche versuchen, durch einen vorgeschobenen Kopf näher an die Auflage zu kommen. Zeige den Unterschied einmal ohne Zeitdruck. Die Aufgabe besteht darin, den Körper abzusenken; ein Nicken erzeugt keinen zusätzlichen Liegestütz. Auch hier ist eine passende Schwierigkeit wichtiger als ein besonders großer Bewegungsweg.
„Die letzte Wiederholung soll noch wie die erste aussehen.“
Lege vor einem Satz fest, welches Merkmal beobachtet wird. Wird die Bewegung deutlich kürzer oder unruhiger, endet dieser Versuch. Eine erzwungene Zusatzwiederholung macht das Erlernen der Bewegung nicht automatisch besser. Für die Dosierung zählen auch andere Kraftaufgaben in derselben Einheit und die übrige Trainingswoche.
Wann eine niedrigere Auflage passt
Notiert die verwendete Höhe, den vereinbarten Bewegungsweg und die kontrolliert gelungenen Wiederholungen. „Liegestütz auf Box“ ist ungenau, wenn beim nächsten Termin eine ganz andere Box bereitsteht. Vergleichbare Bedingungen machen Fortschritt erkennbar.
Gelingt die aktuelle Variante in mehreren Einheiten zuverlässig, kann eine etwas niedrigere sichere Auflage der nächste Versuch sein. Lasst dabei zunächst Wiederholungen und Tempo unverändert. Wird die neue Variante unsauber, bleibt die bisherige Höhe vorerst sinnvoll. Der Boden ist ein mögliches späteres Ziel; eine Frist wie „in zwei Wochen zehn Stück“ lässt sich daraus nicht ableiten.
Die American Academy of Pediatrics betont für Jugendkrafttraining die Bedeutung passender Anforderungen, guter Technik und qualifizierter Betreuung. Für diesen Lernschritt braucht es daher keinen Wettbewerb mit Mitspielern und kein neues Trainingsgerät. Wie die Übung in ein vielseitiges Programm aus Drücken, Ziehen und weiteren Grundbewegungen passt, steht im Leitfaden zum Krafttraining im Jugendfußball.
Häufige Fragen
Fragen zum erleichterten Liegestütz
Ist ein Liegestütz auf den Knien ebenfalls möglich?
Ja, auch diese Variante kann die Belastung verringern. Erhöhte Hände sind hier gewählt, weil die Unterstützung schrittweise verändert werden kann und die lange Körperposition erhalten bleibt. Welche Variante besser passt, entscheidet die Ausführung des Jugendlichen.
Wie schnell sollte ein Jugendlicher zum Boden-Liegestütz wechseln?
Es gibt dafür in dieser Anleitung keine feste Wochenfrist. Die aktuelle Variante soll in mehreren Einheiten kontrolliert und ohne Beschwerden gelingen. Dann kann der Trainer eine niedrigere sichere Auflage erproben, ohne gleichzeitig Wiederholungen und Tempo zu erhöhen.
Quellen und Einordnung
- Ebben et al. (2011) – Kinetic analysis of several variations of push-ups ↗
Gemessene Belastungsunterschiede bei 23 sportlich aktiven Personen. Keine individuelle Prozentlast und kein Jugend-Trainingsplan daraus abgeleitet.
- American Council on Exercise – Youth Fitness: Choice and Order of Exercise ↗
Liegestütze mit erhöhten Händen als mögliche Anpassung im Jugendtraining; keine Fallgeschichte oder vollständige Routine übernommen.
- American Academy of Pediatrics (2020, bestätigt 2024) – Resistance Training for Children and Adolescents ↗
Grundsätze zu Technik, altersgerechter Belastung und qualifizierter Betreuung; keine individuelle Trainingsfreigabe.