Das Wichtigste zuerst

  • Wähle zuerst eine sichere Teilstrecke, die mit Dienstbeginn und Rückweg vereinbar ist.
  • Kurze Wege zählen ebenfalls zur körperlichen Aktivität; sie müssen nicht erst eine Mindestdauer erreichen.
  • Plane eine Alternative für Wetter, schwere Taschen und späte Heimwege mit ein.

Erst die Strecke, dann das Vorhaben

„Ab morgen fahre ich jeden Tag mit dem Rad“ klingt eindeutig. Bei 25 Kilometern, wechselnden Diensten und einer Kita-Abholung ist es möglicherweise schon am Dienstag erledigt. Beginne mit dem Abschnitt, den du tatsächlich verändern kannst.

Gehe deinen Arbeitsweg einmal in Gedanken durch: Haustür, Haltestelle oder Parkplatz, Umstieg, Arbeitsplatz. An welcher Stelle gibt es eine sichere, überschaubare Strecke zu Fuß oder mit dem Rad? Entscheidend ist auch der Rückweg. Eine Abkürzung, die morgens angenehm wirkt, kann nach einem späten Dienst unbeleuchtet oder schlecht einsehbar sein.

Prüfe vor dem ersten Versuch vier Dinge:

  1. Strecke: Gibt es einen geeigneten Geh- oder Radweg und sichere Querungen? Die kürzeste Verbindung ist nicht automatisch die passende.
  2. Zeit: Wie viel zusätzliche Zeit brauchst du einschließlich Umsteigen, Abstellen und gegebenenfalls Umziehen?
  3. Gepäck: Kannst du Arbeitsmaterial und Kleidung bequem und sicher transportieren? Für ungewöhnlich schwere oder sperrige Dinge darf ein anderer Weg vorgesehen sein.
  4. Rückweg: Passt derselbe Abschnitt auch nach Feierabend – mit Dunkelheit, Erledigungen und dem letzten Anschluss?

Zwei Arbeitswege, zwei Lösungen

Die folgenden Personen und Zeitangaben sind erfunden. Sie zeigen eine Planung, keine vorgeschriebene Bewegungsmenge.

Nina fährt mit dem Bus ins Büro. Von der vorletzten Haltestelle läuft sie zwölf Minuten bis zur Arbeit; bisher waren es von der letzten Haltestelle vier Minuten. Sie testet den längeren Fußweg zunächst an drei passenden Tagen und geht nachmittags denselben Abschnitt zurück.

Das sind sechs Wege à zwölf Minuten, insgesamt 72 Minuten zu Fuß. Gegenüber den bisherigen sechs Wegen à vier Minuten kommen 48 Minuten hinzu. Diese Unterscheidung lohnt sich: Die gesamte Gehzeit ist nicht dasselbe wie neu gewonnene Bewegung. Nina prüft beim ersten Versuch außerdem, ob die acht zusätzlichen Minuten in ihren tatsächlichen Fahrplan passen.

Emre fährt an zwei Tagen mit dem Rad zum Bahnhof. Er benötigt für die Strecke etwa 15 Minuten je Richtung. Vier Fahrten ergeben 60 Minuten Radfahren. Dafür muss er das Rad sicher abstellen können; ein zuverlässiges Schloss und ein geeigneter Abstellplatz gehören zur Planung. An Tagen mit umfangreichen Materialtransporten bleibt er bei seiner bisherigen Verbindung.

Beide müssen ihre Wege nicht gleich gestalten. Die WHO zählt auch Bewegung zur Fortbewegung zur körperlichen Aktivität. Ob eine bestimmte Strecke zugleich eine mäßig anstrengende oder intensive Belastung ist, hängt von ihrer tatsächlichen Anstrengung ab. Die Minuten allein machen daraus noch keinen vollständigen Ausdauer- und Kraftplan.

Der Plan für Regen ist Teil des Einstiegs

Leichter Regen, Glätte und ein Unwetter sind unterschiedliche Bedingungen. Du musst eine Strecke nicht um jeden Preis durchziehen. Lege vorher fest, wann du auf eine andere Verbindung ausweichst. Bei unsicheren Bedingungen wird verschoben oder anders gefahren.

Für normale Regentage helfen geeignete Kleidung und ein trockener Platz für nasse Sachen. Beim Radfahren kommen ein verkehrssicheres Rad und gute Sichtbarkeit hinzu. Die DGUV empfiehlt unter anderem Beleuchtung, reflektierende Elemente und einen Helm. Ein neues Fahrrad oder Pedelec solltest du zunächst auf einer geeigneten Strecke kennenlernen, bevor du damit unter Zeitdruck durch den Berufsverkehr fährst.

Wenn der Arbeitsweg ausfällt, kann am selben Tag eine kurze Runde in einer anderen passenden Lücke stattfinden. Sie muss aber nicht zum zusätzlichen Pflichttermin werden. Für Bewegung am Schreibtisch gibt es außerdem Ideen für den Sitzalltag.

Nach einer Woche: Was war wirklich machbar?

Notiere nur drei Punkte: Welche Teilstrecke hast du genutzt? Was hat geholfen? Was hat sie verhindert? Wenn es an einer knappen Umsteigezeit scheitert, löst mehr Motivation das Problem kaum. Vielleicht passt der Fußweg nur auf der Heimfahrt oder an einem anderen Wochentag.

Behalte zunächst die Variante, die ohne ständiges Improvisieren funktioniert. Erst danach entscheidest du, ob du weitere Wege verändern möchtest. Der sinnvollste Arbeitsweg ist der, den du unter deinen Bedingungen regelmäßig nutzen kannst.

Häufige Fragen

Fragen zum bewegten Arbeitsweg

Zählt ein Fußweg von nur acht Minuten überhaupt?

Ja. Die WHO betont, dass jede körperliche Aktivität zählt. Dafür gibt es keine Mindestdauer von zehn Minuten pro Abschnitt. Wie anstrengend dein Weg ist, hängt unter anderem von Tempo und Gelände ab; kurze Wege ersetzen nicht automatisch alle Bestandteile eines Trainings.

Was mache ich im Homeoffice?

Du kannst die Zeit vor Arbeitsbeginn oder nach dem Abschalten als kurzen Weg nach draußen nutzen. Wähle eine vertraute Runde und einen festen Anlass, beispielsweise direkt nach dem Schließen des Laptops. Das ist eine organisatorische Möglichkeit, keine vorgeschriebene Dauer.

Quellen und Einordnung